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Das Bandana ist das Accessoire des Sommers

Das Bandana ist das Accessoire des Sommers

Kaum ein Accessoire wirkt derzeit so mühelos wie das simple Bandana. Was einst nostalgische Assoziationen weckte, wird diesen Sommer neu interpretiert – puristisch, unaufgeregt und mit der richtigen Attitüde.

Knapp neun Monate ist es her, dass ich hochschwanger auf dem Sofa lag, den Laptop halb auf dem Bauch balanciert, und mich durch die SS26-Schauen klickte — jene eigentümliche Zwischenwelt aus Eskapismus, Sehnsucht und präzise inszenierter Zukunft. Fashion-Shows sind für mich weniger Trendbarometer als vielmehr ein kreativer Reflex: ein Ort, an dem sich neue Proportionen, Haltungen und kleine Stilverschiebungen festsetzen, lange bevor man sie wirklich benennen kann.

Und manchmal ist es nicht der grosse Look, der bleibt, sondern ein Detail.

Bei der Spring-2026-Show von Calvin Klein war es ein Accessoire, das mich sofort festhielt. Rosalía trug ein schwarzes Dreieckstuch, schlicht gebunden, aber mit genau der richtigen Attitüde. Es hatte nichts Lautes, nichts bemüht Inszeniertes. Eher diese Art von Mühelosigkeit, die aussieht, als wäre sie zufällig entstanden, obwohl sie es natürlich nie ist.

Wenige Minuten später tauchte dasselbe Tuch erneut auf: an mehreren Models, locker über den Hinterkopf gebunden, reduziert, fast puristisch gestylt — irgendwo zwischen Milkmaid-Romantik, 90s-Minimalismus und mediterraner Sommernostalgie. Abgespeichert als kindliche Ferienerinnerung.

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Seitdem verfolgt mich dieses Piece.

Erst vereinzelt, dann plötzlich überall. In kleinen Concept Stores, bei grossen Onlineshops, in der Sommerkampagne von Celine, und natürlich auf den sozialen Medien. Das Dreieckstuch hat sich still und fast unbemerkt zurück in die Mode geschlichen.

Baumwolltuch, ca. 15 Fr. bei etsy.com

Schweizer Original Glarnertuch, 35 Fr. bei carpasus.ch

Besticktes Tuch, ca. 20 Fr. von H&M

ca. 40 Fr. bei Faithfull the Brand

Wer bisher überzeugt war, kein Bandana-Typ zu sein, hat möglicherweise einfach noch nicht die richtige Version gefunden. Tatsächlich steht und fällt der Look mit zwei Dingen: den Proportionen und dem Styling.

Das Tuch sollte weder zu klein noch zu gross sein und klassisch im Nacken gebunden werden – nicht unter dem Kinn. Entscheidend ist aber vor allem, womit man es kombiniert. Am überzeugendsten wirkt das Bandana zu klaren, minimalistischen Looks, wie man sie bei Calvin Klein gesehen hat: ein Top mit Spaghettiträgern, eine schlichte Hose, reduzierte Farben in Schwarz-Weiss und eine klare, unaufgeregte Silhouette. So wird das Tuch nicht zum Kostüm, sondern zu jenem kleinen Detail, das einem Outfit Persönlichkeit verleiht.

In einer Mode, die sich zunehmend nach Reduktion sehnt, ist dieses dreieckige Tuch das seltene Accessoire, das viel erzählt, ohne viel zu zeigen. Kein Logo, kein Statement, nur ein Knoten im Nacken und ein ganzer Sommer in Reichweite.

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