Wishlist: Diese Dinge wollen wir jetzt
Einmal pro Woche verrät jemand aus unserem Team, was gerade auf der Wunschliste steht. Heute: Chefin vom Dienst Evelyne Emmisberger.
- Von: Evelyne Emmisberger
- Bilder: Sara Merz, ZVG; Collage: annabelle
Wishlist: Diese Dinge wollen wir jetzt
Seit knapp einem Jahr in meinem Leben: Croûton, ein kraushaariger Barbet-Rüde mit einem Faible für Futter, Meer und kontemplative Umweltstudien. Mein Herz ist wieder voll, all meine Hosen- und Jackentaschen ebenfalls – ausgebeult von Robidog-Beuteln, der Insignie des Hundemenschen schlechthin. Der Dog Charm von Bottega Veneta in klassischem Grün (580 Fr.) wäre ja ein viel chiceres Commitment, wieder auf den Hund gekommen zu sein. Wenig hilfreich auf der Gassirunde – aber als Smalltalk-Sujet in geselligen Runden bestimmt unschlagbar.
Vernudelt
Man kann Pasta essen. Oder man kann sie anschauen. Am besten beides. Das Buch Pasta Poster (ca. 35 Fr.) von Linus Rapp zeigt die 90 schönsten Pasta-Werbeplakate der letzten 130 Jahre: Ein Monument für die Nudel, eine Hommage an delikates Grafikdesign und eine Liebeserklärung an bella Italia. Fast etwas schade, dass die Seiten gebunden sind – ich würde meine Küche damit tapezieren.
Yeah, Baby
Geht manchmal im Sog des Alltags etwas unter: Meine innere Punkerin mit der gesunden Leckt-mich-Attitüde. Die der Vernunft mal eine Pause gönnt, links abbiegt, wenn alle nach rechts gehen und dabei auch noch radikal Spass hat. Zum Glück hat die Mode gerade in der kommenden Saison eine Antwort auf alle Gefühlslagen, auch auf rebellische. Deshalb rein in diese Bikerjacke von Prada (ca. 4500 Fr. – hey, ein bisschen Stil darf schliesslich sein) und raus auf die freie Wildbahn – am liebsten im Oldtimer-Cabriolet in Richtung Sonnenuntergang.
Bock auf Null
Ich mag spanischen Rotwein und ich liebe schottischen Whisky, wenn ich denn Lust drauf habe. Aber ein alkvernebeltes Hirn bei jedem Apéro oder Nachtessen mit Freund:innen? Naah. Alternativen sind leider oft eine Zumutung: Alkoholfreier Wein ist ungeniessbar und bei den Drinks werden fehlende Promille mit Zucker oder krassen Aromen kompensiert. Dass es auch anders, erwachsener geht, zeigen die Sparkling Aperitifs von Lust & Feast aus edlen Botanicals – elegant, ausgewogen, leicht herb und herrlich prickelnd, weshalb die Flasche grad so viel kostet wie guter Wein (nämlich gut investierte knapp 20 Fr.). Erhältlich in vier Geschmacksrichtungen, mein Favorit ist Magnolie, Brombeere und Hopfen. Bitte ein Dauerabo davon.
Zuccero im Zug
Zum Soundtrack einer Pendlerin gehören brüllende Babys, Teenager-Klassen im Kreischmodus, ätzend aufgekratzte (morgens) und angesäuselte (abends) Rentner:innentruppen in Funktionskleidung. Meine armen Earpods sind da chancenlos. Weshalb ich, ganz unbescheiden, mit etwas vom Besten in Sachen Noisecancelling und Soundqualität liebäugle: Diesen neuen kabellosen Kopfhörern von Sony (529 Fr.) – Zucchero rein und gute Laune ohne Halt bis Zürich HB. Dass die Dinger auch noch unverschämt cool aussehen, nehme ich gerne in Kauf.
Buon appetito, Ticino!
Unser Lieblingskanton ennet dem Gotthard lädt zum grossen Gourmetfestival: Vom 13. September bis 15. November geben sich in den schönsten Häusern Schweizer Spitzen-Gastköch:innen die Klinke in die Hand – mit insgesamt 21 Michelinsternen. Das S. Pellegrino Sapori Ticino steht seit zwei Jahrzehnten für kulinarische Exzellenz und südliche Gastfreundschaft, weshalb ich am liebsten von jedem der wunderbar kuratierten Mittags- und Abendevents kosten würde. Da ich vermute, dass meine Arbeitgeberin nur mässig Verständnis aufbringt, wenn ich zwei Monate ins Tessin verschwinde, um mir den Bauch vollzuschlagen, würde ich mich auf den Abend im «Moncucchetto» beschränken. Und mich in der von Mario Botta erbauten Weinkellerei mit Restaurant in den Rebbergen ob Lugano von Chefkoch Andrea Muggiano und seinem Gastkoch Silvio Germann verwöhnen lassen.