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Es ist September! Was wir diesen Monat nicht verpassen dürfen

Es ist September! Was wir diesen Monat nicht verpassen dürfen

Welche Ausstellung muss man besucht, welche Filme gesehen und wo gegessen haben? Monat für Monat gibt unser Team Kultur- und Veranstaltungstipps. Dieses Mal mit Redaktorin Sandra Brun.

Kunst

Wer noch nicht da war, sollte schnellstens noch ins Museum Rietberg in Zürich die grossartige Ausstellung «Fast ein Paradies – Kolonialzeitliche Fotografie in der Gegenwartskunst» besuchen (nur noch bis 6. September), in der 20 Künstler:innen mit dem Blick von heute auf das fotografische Erbe blicken. Die Kolonisierung verlief zeitgleich mit der Verbreitung der Fotografie, das prägte unser globales Bildgedächtnis und legt Lücken in der Geschichtsschreibung offen. In vier Ausstellungskapiteln werden neue Archive aufgebaut, alte Bilder dekonstruiert, neu auf fotografisches Unrecht geschaut und Abgebildeten neue Rollen zugestanden.

Noch mehr Kunst, aber noch näher dran: Noch bis zum 12. September ist Majke Mi zu Gast im Kunst Kiosk in Zürich. Das Kollektiv aus Künstlerinnen mit Wurzeln oder Bezug zum ehemaligen Jugoslawien schafft mit dem temporären Pop-up eine Verbindung zwischen der Kreativszene in Zürich und der in BKS-Region (Bosnien, Kroatien und Serbien). Zu entdecken gibt es Kunst in allerlei Facetten: von Literatur über Live-Musik bis zu Design-Artikeln, umrahmt von verschiedenen Events.

Bücher

Während vielerorts Buchläden schliessen müssen und viele Leser:innen auf E-Reader umsteigen, liebe ich nach wie vor den Duft echter, gedruckter Bücher und vor allem die Welten, in die ich dank ihnen eintauchen kann. Und zum Glück geht nicht nur mir so. In Willisau eröffnet am 5. September der Buchladen «fome books», realisiert durch Autorin Anja Glover und ihre Mutter Sandra Glover. Ein Ort, an dem man nicht nur Geschichten und entsprechend neue Perspektiven entdecken, sondern auch anderen Lesenden begegnen, über Gelesenes diskutieren und natürlich lesen, lesen, lesen kann. Wer lieber zuhören als selbst lesen mag: Am 7. September liest Angélique Beldner aus ihrem Buch «Rassismus im Rückspiegel».

Film

Anfang September findet vom 1. bis 6. in Baden das «Fantoche»-Festival für Animationsfilm statt. Dieses Jahr werden 18 Langfilme gezeigt, das Themenspektrum reicht von Kindersoldaten in Liberia und Sierra Leone, über Coming-of-Age-Geschichten junger Japaner:innen bis zu mythischen Inseln auf den Philippinen. Zudem messen sich 77 Kurzfilme in verschiedenen Kategorien und könnten mit einer Auszeichnung sogar für die Teilnahme an den Oscars oder den Annie-Awards (den Oscars der Animationsbranche) qualifizieren. Neu haben Cineast:innen ausserdem im Rahmen des «Artist’s Coffee & Cake» die Möglichkeit, sich mit Langfilm-Regisseur:innen über deren Arbeit auszutauschen.

Jeder Mann, der sich in eine Owens-Schwester verliebt, stirbt einen unnatürlich frühen Tod – so lautet der Fluch im Film «Zauberhafte Schwestern» mit Nicole Kidman und Sandra Bullock als Hexenschwestern Gillian und Sally Owens aus den Neunzigern. Knapp dreissig Jahre später kommt «Zauberhafte Schwestern 2» mit den beiden Hollywoodstars ins Kino (ab 10. September) und der Fluch betrifft mittlerweile auch die nächste Generation Owens-Frauen, die zudem gerade dabei sind, ihre eigenen übernatürlichen Fähigkeiten zu entdecken. Und natürlich alles andere als begeistert sind, wenn der neue Crush von einem Auto angefahren wird, kaum fängt die Romanze überhaupt erst an. Sprich: Erneut – und diesmal endgültig – soll der Fluch gebrochen werden.

Musik

Um Liebe geht es auch in «Hazel Eyes», dem neuen Album von Sam Smith. Nicht um Herzschmerz oder unerwiderte Liebe wie in früheren Songs wie «Too Good at Goodbyes» oder «Stay with Me», sondern um glückliche, vielschichtige, queere Liebe. Mit Kitsch und herziger Verliebtheit (wie einer Liebeserklärung an den Verlobten: «My Guy») und Songs, die teils in einer Nacht und teils über Jahre hinweg geschrieben wurden, nimmt einen das Album auf eine Reise durch alle Facetten der Liebe. Und auch durch verschiedene musikalische Facetten mit Einflüssen von Folk, Blues und Country. Smith sagt selbst in «The New Yorker Radio Hour», frei jeglicher Grenzen zu sein – das hört man.

Food

Wer die Sommerferien hierzulande verbrachte oder generell immer unter Fernweh leidet, so wie ich, der:dem sei eine Kurzreise ins Thai Pop-up «Soi Thai» in Zürich (noch bis zum 13. September) empfohlen: Wechselnde Streetfood-Gerichte, bunte Wachsdecken, farbige Plastikhocker, eventuell noch eine spätsommerliche Hitzewelle, einmal Augen schliessen und schon wähnt man sich in den Strassen Bangkoks, versprochen.

Shopping

Während andere den Jakobsweg entlangpilgerten, pilgerte ich in den Nullerjahren lieber regelmässig zum riesigen Topshop-Laden an der Oxford Street: London-Vibes, knallenge superhochgeschnittene Skinny Jeans, Kollaborationen mit Kate Moss, Runway-Shows an den London Fashion Weeks, Kate Middleton im gepunkteten Kleid des Brands – Topshop war für viele eher Religion als nur Retail Therapy. Nun kann man vom 28. September bis 7. November einen kleinen London-Nostalgie-Trip nach Bern oder Biel unternehmen zum Topshop Pop-up bei Loeb.

Weitere Tipps aus der Redaktion

Am 4. und 5. September lässt sich wunderbar unter und in Bögen feiern anlässlich des Viaduktfäscht in Zürich. Es gibt Streetfood, Livemusik, einen Karaokewagen, Kinderkarussell und vieles mehr zu entdecken und den Spätsommer geniessen.

Zudem feiert das Designfestival Zurich Design Weeks dieses Jahr vom 17. bis 27. September sein fünfjähriges Bestehen und lädt zu vielfältigen Ausstellungen, Workshops, Installationen und einem Rahmenprogramm bestehend aus Stadtrundgängen, Talks und Workshops – allesamt dazu da, Design in unterschiedlichen Formen und an unterschiedlichen Orten in Zürich zu entdecken und zu erleben.

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