Es ist Juli! Was wir diesen Monat nicht verpassen dürfen
Welche Ausstellung muss man besucht, auf welchem Festival bis in die Morgenstunden getanzt und in welchem Openairkino auf dem Sofa rumgelümmelt haben? Monat für Monat gibt unser Team Kultur- und Veranstaltungstipps. Dieses Mal mit stv. Chefredaktorin Leandra Nef.
- Von: Leandra Nef
- Bilder: ZVG; Collage: annabelle
Ausstellung
Seit über 80 Jahren ist Sexarbeit in der Schweiz legal – und doch wird immer wieder heftig über sie gestritten. Sexarbeit macht zentrale gesellschaftliche Spannungsfelder sichtbar: Macht, Sexualität, Geschlechterfragen, Migration, Rassismus, Armut, soziale Ungleichheit. Das Landesmuseum Zürich zeigt ab dem 3. Juli die Videoinstallation «Sexarbeit – Erfahrungen Schweiz» mit elf Interviews, die Einblicke in die Arbeits- und Lebensrealitäten von Sexarbeitenden in der Schweiz geben und Aspekte wie Gewalt und Ausbeutung beleuchten. Die Videoinstallation ist in Zusammenarbeit mit dem Sexworkers Collective entstanden.
Festival
Meine Teenage-Sommer habe ich damit verbracht, beim Aufbau des Waldstock am Steinhauser Waldrand zu helfen. Mit unzähligen freiwilligen Helfer:innen (etwa der ansässigen Jungscharen) entstehen dort jedes Jahr einzigartige Bauten als Kulisse für das Openair-Spektakel. Die Anfänge nahm das Waldstock mit einem Filmabend im Garten, und noch heute zeigt das Festival jeden Abend bei Eindunkeln einen Film auf Grossleinwand (dieses Jahr etwa «Namaste Seelisberg»). Vom 30. Juli bis 1. August warten ausserdem drei Tage Kultur und Musik auf die Besuchenden. Zudem findet am Samstag ein Kindernachmittag mit Postenlauf und Siebdruckwerkstatt statt. Ach ja: Für vor, während und nach dem Festival gibt es gegen einen Gratiseintritt Helfer:innen-Schichten zu vergeben. Ich und unsere scheidende Reportage-Leiterin Stephanie Hess können euch eine Schicht in der Kubabar ans Herz legen.
Vom 3. bis 18. Juli 2026 feiert das Montreux Jazz Festival seine 60. Ausgabe mit über 700 Konzerten, DJ-Sets und Aktivitäten an der Seeuferpromenade und im neu gestalteten Kongresszentrum. Das Programm vereint Ikonen der Popkultur, aufstrebende Talente und Grössen des Jazz, Rock und Hip-Hop. Auch das kostenlose Rahmenprogramm ist definitiv einen Besuch wert.
Film
Dieses Wochenende, vom 02. bis 04. Juli, flimmern am Sofaopenairkino Wipkingen nach Sonnenuntergang insgesamt drei Filme über die Grossleinwand: das US-amerikamische Comedy-Drama «Twinless», die Horror-Komödie «Balconettes» («Les Femmes au balcon») und das Drama «The Outrun». Anschauen kann man sich die Filme im Sommerkino auf bequemen Sofas und Liegestühlen.
Was 1996 als Experiment im Arthouse Le Paris begann, ist heute eine Zürcher Institution: Das Lunchkino feiert sein 30-jähriges Bestehen. Bis zum 19. September zelebriert das Arthouse diesen Meilenstein jeden Samstag mit Spezialvorstellungen. Gezeigt werden die Highlights aus drei Jahrzehnten Lunchkino.
(Un)becoming ist ein feministischer Kurzfilm, in dem es um das Frausein in all seinen Facetten geht. Der Film wurde vom Schweizer Regie-Duo Nüesch Sisters mit einem nahezu vollständig weiblichen Team realisiert und zeigt Carla Juri («Blade Runner 2049», «Feuchtgebiete») in der Hauptrolle. Florine und Kim Nüesch zeigen den Film am 29. Juli um 20:00 Uhr bei Claw Collective in Zürich. Der Abend bietet ausserdem Raum für einen Austausch über Frauenrechte, Gleichstellung und die Zukunft der Frauen. Und Apéro gibt es selbstverständlich auch (ab 19:00 Uhr).
Food
Ab dem 25. Juli verwandelt sich das «Hermanseck» beim Bahnhof Wiedikon in das Zuhause von Miam Miam Noodles. Hinter dem Pop-up stehen vier Menschen ohne gastronomischen Hintergrund, die sich während eines Jahres intensiv mit der traditionellen Herstellung von chinesischen Biángbiáng-Nudeln auseinandergesetzt haben. En Guete!