Wishlist: Diese Dinge wollen wir jetzt
Einmal pro Woche verrät eine unserer Mitarbeiterinnen, was sie sich gerade wünscht. Heute mit Lifestyle Editor Linda Leitner.
- Von: Linda Leitner
- Bilder: Sara Merz, zvg; Collage: annabelle
Bild: Robert Rieger
Sommerfrische
Was machen, wenn in der Stadt die Hitze brüllt? Einfach mal leise Töne anschlagen, sich in Österreich auf kühle 1500 Meter hochschlängeln und sich in die Wiese legen. Nichts tun und gut essen. Und nicht schwitzen. Im Rote Wand Gourmet Hotel im idyllischen Lech am Arlberg warten neben einem kleinen Pool mit Bergblick und sich in den Hang schmiegenden, von hohen Gräsern umwachsenen Sonnenliegen diverse Food-Faszinosien: Im Culinary Lab, wo die wildesten Dinge gären, finden sich Freunde und Gäste des Hauses zu Friends & Fools zusammen, einer Plattform für Kulinarik und Kunst, bei der sich Köch:innen, Artists und Winzer:innen aus aller Welt zu Dinnern, Workshops und Residencies treffen. So hat sich auch der Head Chef der Fondazione Prada in Milano schon in die Vorarlberger Höhen verirrt. Was für mich persönlich ein gutes Hotel ausmacht: Wenn Käse die Bühne bekommt, die er verdient. In der Roten Wand wird der kleine, wohl kuratierte Hotelshop abends zum Laktose-Hexenhäuschen.
PS: Wem immer noch heiss ist – Lech hat eine wahnsinnig schöne Wald-Badi.
Nichts ZEHrdenken
Man soll ja seine Vorzüge betonen, heisst es immer. Ich zum Beispiel finde meine Füsse um einiges schöner als meinen Kopf – weshalb ich es für sinnvoller halte, meine Zehen zu schmücken als roten Lippenstift zu tragen oder meine Haare zu machen. Zehenringe wie diese handgefertigten Modelle aus Silber und Zirkonia von Simuero (ca. 130 Fr.) mögen unbequem sein, aber das ist das ständige Mitführen eines Lockenstabes oder Glätteisens auch. Ausserdem hallo: Wer schön sein will, muss leiden? Fest steht: die schönsten Sommerbilder entstehen, wenn zart gebräunte Füsse sandbestäubt in der Sonne glühen. Und wer weiss, vielleicht verdiene ich mit denen ja sogar Geld.
So und nicht anders
Man muss ja jetzt schon wieder Angst haben, dass der Sommer fast vorbei ist. Dabei hab ich noch diverses vor: viel in der Badi zu arbeiten und zu lesen zum Beispiel. Ausserdem noch eine Hochzeit feiern und an griechische und sardische Strände düsen.
Letzteres täte ich gerne ausschliesslich in Marfa Istanbul, einem türkischen Label, das einem die Ferien direkt in den Schrank spült. Die Farben der Kleider leuchten wie bunte Mittelmeerfische, die Stoffe flattern im warmen Wind und sind so transparent, dass man immer und überall den Bikini durchsieht. Was einerseits sexy ist, aber andererseits auch daran erinnert, wofür man gerade eigentlich lebt.
Beim sonnengelben Debbie Lace Dress (ca. 410 Fr.) ist tollerweise ein passender Schal dabei, der einen piratig vor Hitzschlägen schützt. Über die Marke liest man zudem, sie fange den unbeschwerten Geist eines Sommers unter Freundinnen ein – Leute, ich bin sowas von SOLD.
Bild: Zosia Prominska
What the F*ck
Freitags ist man ja einerseits froh, dass ganz bald schon Samstag ist, andererseits wiegt die Arbeitswoche oft schwer auf den zu trainierenden Schultern. Generell empfehle ich bei Stimmungslagen jeglicher Art das Zürcher Boutique-Fitness-Konzept Higher Ground – einfach fürs Gefühl.
Ziel ist es hier nämlich, in völliger Dunkelheit bei einem HIIT-Workout samt dynamischem Yoga-Flow Energie zu kreieren, anstatt sie dem Körper zu rauben. Wichtig dabei: die richtige Musik. Kürzlich stolperte ich unwissend in eine der freitäglichen «Explicit»-Classes – und ja, man ahnt es: «explicit» as in «nicht jugendfrei»! Selten hüpfte, hob und tanzte ich mich leichter durch die schweisstreibende Sequenz aus Kraft, Cardio und Mobility als bei dieser grossartigen R&B-, Hip-Hop- und Pop-Playlist. Glücklicherweise tragen alle Teilnehmenden im Raum Kopfhörer – so hört wenigstens keiner, wenn man inbrünstig Schimpfwörter singt, seine Woche verflucht oder das Glück kaum fassen kann, man selbst zu sein. Friday, I’m in fucking Love 🖤 Higher Ground Halleluja!
In Gedanken eingetütet
Mitte Juni schlenderte ich durch Paris. Es war heiss, ich flüchtete mich in einen der unzähligen Vintage-Läden. Ich wollte eigentlich nichts und doch plötzlich alles, als ich diese Christian Dior Malice Bag aus Ponyfell und Pythonleder an der schneeweissen Wand hängen sah. Schnell beschleicht mich in solchen Situationen das Gefühl, das Ding, das ich da sehe, sei eine Bag-gewordene Version meiner selbst. Ich bekomme dann Herzrasen und weil mir jene Empfindung bei Chanel schon mal zum Verhängnis wurde, flüchtete ich wieder auf die glühenden Strassen der Stadt.
Aber seither kann ich nicht aufhören, an diese Tasche aus den 2000ern zu denken, als John Galliano noch Kreativdirektor bei Dior war und Carrie Bradshaw sie in der dritten Staffel von «Sex and the City» trug. Ich habe den Vintage-Store so überstürzt verlassen, dass ich nicht mal weiss, wieviel sie gekostet hätte. Vielleicht besser so.
liebe linda
schau mal, ricardo… schon fast erschwinglich?
liebe grüsse judith
https://www.ricardo.ch/de/a/sac-christian-dior-malice-cuir-de-veau-peau-phyton-1262288856/
Wie gefällt dir dieser Artikel?