Werbung
Selbsthilfebücher, die wirklich helfen: 6 Empfehlungen aus der annabelle-Redaktion

Selbsthilfebücher, die wirklich helfen: 6 Empfehlungen aus der annabelle-Redaktion

Sind wir ehrlich: Die meisten Selbsthilfebücher sind banal, esoterisch oder schnell wieder vergessen. Aber ein paar verändern tatsächlich etwas. Wir empfehlen sechs Bücher, die uns wirklich weitergeholfen haben.

Sandra Brun: «Bist du sauer auf mich?» von Meg Josephson

Warum wir People Pleaser es allen recht machen wollen und uns ständig sorgen, ist laut Psychotherapeutin Meg Josephson nicht einfach eine Charaktereigenschaft, sondern kann eine Traumareaktion sein, die ihren Ursprung oft in der Kindheit hat. Das war für mich eine völlig neue Sichtweise. Mein grösstes Learning: Stets achtsam zu sein, Stimmungen zu lesen und Konflikte auszubalancieren, kann eine Überlebensstrategie namens «Fawn Response» sein (to fawn heisst übersetzt «sich einschmeicheln»). Und Sensibilität? Sieht Josephson nicht als Schwäche, sondern als Superpower. Das hat meinen Blick auf mich selbst massiv verändert. Das Buch ist kein Quick Fix, aber voller wertvoller Denkanstösse.

Linda Leitner: «Das 6-Minuten-Tagebuch»

Ich finde Selbsthilfebücher peinlich. Während meiner Therapie wurde mir das «6-Minuten-Tagebuch» ans Herz gelegt und ich war sofort dagegen. Die Verzweiflung ob meines Zustands war aber grösser, und ich liess mich dazu herab, es zu kaufen. Um den Anblick erträglicher zu machen, klebte ich den Sticker eines Bottle Shops über den Titel. Schliesslich liegt das Ding prominent neben dem Bett.

Morgens und abends schreibt man etwa drei Minuten hinein: wofür man dankbar ist, was den Tag schön machen würde oder was man tatsächlich Schönes erlebt hat. Ich weiss nicht, ob es am Sticker lag, aber das Buch hat mir gezeigt, dass ich eigentlich nicht unbedingt Grund habe, so wahnsinnig unzufrieden – und eben undankbar – zu sein. Vor allem abends drei Dinge aufzuschreiben, die man für andere gemacht hat, hat mich wahnsinnig motiviert. Es tut einem zum Beispiel – Überraschung – selbst wahnsinnig gut, anderen mehr ehrliche Komplimente zu machen.

Jacqueline Krause-Blouin: «The Creative Act» von Rick Rubin

Ich neige dazu, Kreativität mit Arbeit zu verwechseln. Idee haben, umsetzen, Deadline schaffen, fertig. Rick Rubins «The Creative Act» hat mich daran erinnert, dass das eigentlich der falsche Teil der Gleichung ist. Kreativität beginnt viel früher: damit, aufmerksam durch die Welt zu gehen, Dinge wahrzunehmen, Ideen zu sammeln und nicht jede davon sofort auf ihre Verwertbarkeit zu prüfen.

Besonders mochte ich die Anekdoten aus Rubins jahrzehntelanger Arbeit mit Musikern wie Johnny Cash. Plötzlich sind seine Gedanken über Intuition, Zweifel oder den richtigen Moment nicht mehr nur schöne Theorien, sondern etwas, das sich ganz konkret im Studio abgespielt hat. Hängen geblieben ist bei mir vor allem die Idee, dass man Inspiration nicht erzwingen kann, aber Bedingungen schaffen kann, in denen sie eher auftaucht. Für jemanden, der beruflich ständig Ideen produzieren muss, ist das überraschend beruhigend. Seitdem versuche ich zumindest gelegentlich, meinem Kopf wieder zu erlauben, etwas zu denken, ohne sofort etwas daraus machen zu müssen.

Stephanie Hess: «Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen» von Philippa Perry

Ich habe bisher eigentlich nur schlechte Selbsthilfebücher gelesen. Aber «Das Buch, von dem du dir wünschst, deine Eltern hätten es gelesen» von Philippa Perry fällt für mich in eine andere Kategorie. Streng genommen ist es ja auch weniger Selbsthilfe als Erziehungshilfe.

Vieles von dem, was Perry schreibt, ist mit der Zeit in meine Werte eingesickert. Nicht alles, nicht immer und auch nicht konsequent – so ehrlich muss man sein. Aber das Buch hat meinen Blick auf Elternschaft verändert und mich in vielem ruhiger gemacht. Und das ist mit Kindern ja bereits ziemlich viel wert.

Elina Sandmeier: «Die 1%-Methode» von James Clear

Bei «Die 1%-Methode» von James Clear hat es in meinem Kopf tatsächlich einen Schalter umgelegt. Mir wurde bewusst, dass meine grossen Ziele wenig bringen, wenn das Fundament fehlt und beim ersten Gegenwind alles ins Wanken gerät.

Also habe ich begonnen, kleine Veränderungen in meinen Alltag einzubauen, etwa direkt nach dem Aufstehen ein Glas Wasser zu trinken. Schritt für Schritt wurden daraus neue Routinen, auf die ich auch in stressigen Phasen zurückgreifen kann. Die wichtigste Erkenntnis aus dem Buch war für mich aber fast die gegenteilige: Oft geht es gar nicht darum, immer mehr hinzuzufügen, sondern die Dinge wegzulassen, die einem nicht guttun.

Alina Pohl: «Panikattacken und andere Angststörungen loswerden» von Klaus Bernhardt

Ich habe eine Zeit lang unter Panikattacken gelitten. Klaus Bernhardts «Panikattacken und andere Angststörungen loswerden» war damals ein echter Schlüsselmoment für mich, weil mir das Buch vor allem eines genommen hat: die Angst vor der Angst.

Seither empfehle ich es allen, die mit Panikattacken oder Angststörungen zu tun haben, und habe darauf bisher immer positives Feedback bekommen. Natürlich ersetzt ein Buch im Zweifel keine Therapie. Mir persönlich hat dieses aber enorm geholfen.

Abonniere
Benachrichtigung über
guest
0 Comments
Älteste
Neuste Meistgewählt