Lesestoff für den Sommer: Diese Bücher lesen wir in der Badi
Zwischen abkühlenden Schwimmeinheiten darf der Badi-Lesestoff gerne sommerlich-leicht sein: Hier kommen die Buchtipps der Redaktion für faule Sommertage.
- Von: annabelle
- Bild: Death to Stock
«Die Schrecken der anderen» von Martina Clavadetscher
Okay, das Cover könnte für den ein oder anderen verstörten Blick sorgen, aber hey – Schutzumschläge lassen sich auch gekonnt in der Badetasche verstecken. Ansonsten ist Martina Clavadetschers «Die Schrecken der anderen» in jeder Hinsicht erfrischend. Im Schweizer Winter findet ein Junge beim Schlittschuhlaufen einen Toten. Was es mit dem auf sich hat, fragen sich ein zurückgezogen lebender Archivar namens Schibig und Rosa, mit dem wirren Haar und klugem Kopf. Immer tiefer taucht man als Leser:in in die Abgründe einer Dorfgemeinschaft. Was der schwerreiche Erbe Kern damit zu tun hat und vor allem seine betagte wie herrische Mutter, die im Dachstuhl der Villa lebt? Dank der bedachten Worte und filmreifen Beschreibung packt einen dieser spannende Roman der Schweizer Buchpreisträgerin von Seite eins. – Tipp von Redaktorin Sarah Lau
«Strangers» von Belle Burden
Belle Burden ist eine Vanderbuilt. Die Society-Scheidung von ihrem nichtsnutzigen Mann sorgt aber erst seit der Tell-all-Geschichte «Strangers» für runtergeklappte Kiefer in den Country-Clubs der US-Ostküste. Nicht zuletzt, weil Burden es mit der Wahrheit wohl nicht so genau genommen haben soll. Das wusste ich alles nicht und habe den Roman als fiktives Werk gelesen. Und jedes Wort genossen. Distanziert, kühl und trotzdem so verletzlich. Was davon wahr ist? Mir reichlich egal, wenn etwas so wahnsinnig gut erzählt ist. Ausserdem gehört dieser Typ schon in den Wind geschossen, wenn nur ein Fünftel stimmt. – Tipp von Head of Digital Publishing Jacqueline Krause-Blouin
«Der Name des Windes» von Patrick Rothfuss
Wenns grad so richtig schön ist, gebe ich meiner Fantasie gern einen Extra-Boost. Aktuell mit «Der Name des Windes», einem Märchen für Erwachsene mit allem, was das Herz begehrt: Abenteuer und Magie, Liebe und Verrat. Es ist die Geschichte des Gastwirts Kote, der eigentlich Kvothe heisst und ein berühmter Magus, Musiker und Schwertkämpfer war – bis er alles verlor. Ein herrlich gewobener Fantasy-Roman, viele sagen, einer der besten überhaupt. Erholsam weit weg von der Realität und dank drei Bänden mit genügend Buchstaben für einen ewig langen Sommer. – Tipp von Produktionschefin Evelyne Emmisberger
«Sihl City» von Darja Keller
Der Sommer ist kurz. Bevor er angefangen hat, hat man ja schon wieder Angst, dass er aufhört. Ähnlich ist es mit den Geschichten und Essays in «Sihl City». Autorin Darja Keller taucht darin atemlos durch den siedend heissend Züri-Sommer, tanzt, macht rum, begehrt, vermisst. Sie erzählt von klebrigen Tagträumen und Traumtagen, sehnsüchtig aufs Papier geschwitzt. «Sihl City» zu lesen, ist wie einen überreifen Pfirsich beissen: Es ist süss, es tropft, man ist schockverliebt. – Tipp von Redaktorin Linda Leitner
«Famesick» von Lena Dunham
Man kam kaum an ihr vorbei in den Zehnerjahren: Lena Dunham schrieb mit 24 Jahren die Erfolgsserie «Girls», führte Regie, wurde innert Kürze wahnsinnig erfolgreich und wahnsinnig gehasst. Davon handelt ihr Buch «Famesick»: Über den Spagat zwischen diesem Haben-wollen-Leben und der Ablehnung, die ihr zugleich entgegenschlug; zwischen chronischer Krankheit und dem Anspruch, immer funktionieren zu müssen; zwischen Vorbildfunktion und richtig danebengreifen. Wer eintaucht, lernt Lena Dunham besser kennen, wird richtig gut unterhalten (so viel Gossip!) und ganz automatisch auch zum Reflektieren eigener Vorurteile eingeladen. – Redaktorin Sandra Brun