Bed & Breakfast von Tessin bis Provence: Fünf Pensionen mit Persönlichkeit
Bed & Breakfast ist hier die reinste Untertreibung – diese fünf liebevoll geführten Pensionen sind so viel mehr als Schlafstätte und Zmorge.
- Von: Marcella Hasters, Sarah Lau
- Bild: Cathy Herssens
Tessin: Kokon
Wer einmal im Guesthouse Castagnola war, kommt in der Regel wieder: Ein Stammgäst:innen-Eldorado, was zum einen an der Herzlichkeit der schwedischen Gastgeberin Kristina Delnevo liegt, zum anderen an der Top-Lage direkt am Luganersee und den ebenso behaglich wie praktisch eingerichteten Suiten. Die zwei benachbarten Häuser aus dem 16. Jahrhundert sind in Castagnola beheimatet, einem historischen Stadtteil Luganos. Das vegetarische Frühstück wird nach individuellen Wünschen bereitet, und es soll Leute geben, die nach dem Verzehr des Croissants gewillt waren, der Hausherrin einen Heiratsantrag zu machen. Mit dem Bus ist man in gerade mal zehn Minuten im Zentrum voller Cafés und Restaurants. Wer im Ferienmodus ist, sollte unbedingt zu Fuss gehen und in der nahegelegenen Bally Foundation vorbeischauen.
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Gueshouse Castagnola, Castagnola, Schweiz
Berner Oberland: Alpencharme
Zugegeben, die Kombination aus Grindelwald und Japan klingt erstmal überraschend. Dabei haben sich Justine und Jan Pyott beim Kauf des Traditionshotels Lauberhorn genau überlegt, warum die japanische Kirschblüte farblich wie physisch in die Neugestaltung der Zwanzig-Zimmer-Herberge einfliessen sollte. Immerhin haben Alpinisten wie Maki Y k, der 1921 den Mittellegi-Grat am Eiger erstmals bezwang, oder Prinz Chichibu, der in den 1920er-Jahren zahlreiche Gipfel der Region bestieg, die Geschichte der Gegend mitgeschrieben. Die Zimmer der «Grindellodge» verbinden gemütliches Alpen-Ambiente mit japanischer Eleganz, oft mit Aussicht auf die Eigernordwand. Wer mag, kann sich übrigens in dem eigenständig arbeitenden Restaurant Umami Works im Erdgeschoss mit Ramen, Sushi und Donburi-Schalen stärken.
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Grindellodge, Grindelwald, Schweiz
Mecklenburg-Vorpommern: Herzflattern
Das Hotel Kranich trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Sowohl im Frühling als auch im Herbst bieten die umliegenden Felder ein einmaliges Schauspiel: Tausende der Vögel rasten hier und heben zu einer Art Himmelstänzchen ab. Doch auch sonst gibt es in dem historischen Gutshof von 1840 genug zu entdecken. Die Eigentümerin, eine Kunsthistorikerin, hat in der oberen Etage ein Museum integriert, das wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zeigt, und dank des Artists-in-Residence-Programms entstehen hier zudem Arbeiten in direkter Auseinandersetzung mit dem Ort. Und dabei ist allein das acht Hektar grosse Anwesen ein wahres Kunstwerk – so schön, dass einem das Herz aufgeht. Die Zimmer sind individuell gestaltet, oft mit freistehenden Badewannen, antiken Möbeln und teils sogar mit eigenen Küchen.
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Hotel Kranich, Hessenburg/Saal, Deutschland
Dingle-Halbinsel: Augenweide
Am Rand des kleinen Hafenorts Dingle auf der gleichnamigen Halbinsel im Südwesten Irlands liegt das «Pax House», ein gepflegtes Guesthouse mit freundlich eingerichteten Zimmern. Während das Haus selbst einen von aussen nicht gerade umhaut, möchte man angesichts des Panoramablicks über Wiesen hin zur Küste am liebsten den ganzen Tag in seinem Sesselchen am Fenster sitzen bleiben und immer mal wieder zum bereitstehenden Fernglas greifen. Was jedoch schade wäre: Hier kann man Kayaken, Windsurfen, Segeln, Golfen, Reiten, Tauchen, Klettern und noch vieles mehr. Und wer sich doch nur zu einem Spaziergang aufraffen kann, fragt am besten Besitzer John O’Farrell nach ein paar Tipps. Man darf sich freuen, der Mann verrät Lieblingslokale und Pubs im nur einen Kilometer entfernten Ortskern – Dingle gilt als Foodie-Heaven.
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Pax Guest House, Dingle, Co. Kerry, Irland
Provence: Bilderbuch
Wenn die Sonne am Morgen langsam über den Hügeln des Luberon aufsteigt, ist es, als wäre man in einer Art Real-Life-Werbesendung der Provence erwacht: Steinhäuser in zartem Ocker, das matte Grün der Olivenbäume und violette Tupfer von Lavendel. Mitten in dieser Bilderbuchlandschaft liegt «Absoluut Valvert». Das ehemalige Maison d’hôtes wurde von seiner holländischen Besitzerin Cathy Herssens liebevoll restauriert und bietet Gäst:innen heute eine Vielfalt an Übernachtungsmöglichkeiten – vom klassischen Doppelzimmer im Mas aus dem 18. Jahrhundert über ein komfortables Baumhaus bis hin zu kleinen Maisonettes mit eigener Küche und privater Terrasse. Im Sommer winkt ein wunderschöner Garten mit Pool. Wer Anschluss und feine Kost sucht: Fussläufig liegt das Sterne-Restaurant La Bastide de Capelongue.
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Absoluut Valvert, Bonnieux, Frankreich
Preiskategorien: $ = bis 250 Fr. $$ = bis 500 Fr. $$$ = über 500 Fr.